ap_47156_flage_de_2Der 5.Artikel des deutschen Grundgesetzes lautet wie folgt.
,,Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten (…) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.(…) Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.‘
Hesselsberger schreibt zur Erklärung dieses Grundgesetzes folgendes:
,, Er dient der Verwirklichung der Geistesfreiheit, die seit der Epoche der Aufklärung zu den Leitideen einer menschenwürdig verfaßten Gesellschaft gezählt wird,(…) weil erst die ständige geistige Auseinandersetzung, das Lebenselement der Demokratie ermöglicht.“
Laut dem Grundgesetz gibt es keine Grenze der freien Meinungsäußerung, solange sie nicht gegen bestehende Gesetze verstoßen oder die persönliche Ehre verletzen. Es gibt im Grundgesetz keine Verankerung, welche sich nur annährend darauf bezieht, das Autorität nur im Ansatz bedeutet, vermeintlich hierarchisch tiefer gestellten Menschen das Recht auf freie Meinungsäußerung weniger zu gewähren, als ihnen Übergestellten. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild. Wie will man erreichen, dass Kinder der Gedanke der Demokratie nahe gebracht wird, wenn sie sich im Laufe ihrer gesamten Schullaufbahn eigentlich kaum bis gar nicht mit den demokratischen Werten konfrontiert sehen. Sogenannte Lehrer nutzen ihre vom Staat erhaltene Autorität nur zu gerne aus. Jetzt mag eventuell ein Schrei durch den ein oder anderen Lehrkörper gehen, der sich selbst mit Werten und Normen bis zum Erbrechen gefüllt sieht. Pädagogik heiße doch das Stichwort, nicht Demokratie. Stimmt. Und außerdem heißt es im Grundsatz Autorität und nicht autoritär. Wem dieser Unterschied nicht klar ist solle eines besseren belehrt werden. Autorität ist ein extern gegebenes Recht welches zur Folge hat, dass durch Einflußnahme aufgrund von mehr Erfahrung und Wissen erzogen wird und ist gleichzeitig der Begriff an sich. Autoritäre Erziehung bedeutet hingegen eine Art Radikalisierung der Autorität. Erzieherische Einflußnahme wird nicht mehr erklärt und begründet, weil sie dass auch für gewöhnlich gar nicht kann und der Erzieher mutiert in seiner Rolle der Autorität und wird zum Unterdrücker um seiner selbst Willen. Die Problematik stellt sich in den fließenden Grenzen. So wird ein Lehrer auf kurz oder lang zum autoritären Erziehungsstil wechseln. Aber Warum? Ganz einfach. Weil er es kann und weil es in der Natur des Menschen liegt Macht ausüben zu wollen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
In der Pubertät ist die Situation weder für den Jugendlichen, noch für sein familiäres oder pädagogisches Umfeld einfach. Er durchlebt eine Zeit der immer neuen Erfahrungen und ein gewisses Chaos im Gehirn. Im romantischen Landsberg am Lech, steht irgendwo auf einem Berg ein Gebäude in blau-giftgrünen Kontrast, in welchem sich das Dominikus-Zimmerman-Gymnasium und die Johan-Winklhofer-Realschule befinden. Nicht gerade ein optisches Highlight, aber zweckmäßig. Wie viele Jugendliche wussten wir auch damals, wie man sich mit sinnlosen Experimenten die Zeit vertreibt. Ein Hauch von Revolution liegt in der Luft. Es gibt nur eine Meinung, die eigene, und zu den Grundbestandteilen gehören die Ignoranz gegenüber Unterrichtsinhalten und die damit verbundene Fremdbeschäftigung. Es war die 7.Klasse, im DZG. Ein sogenannter Lehrer, und pädagogischer Tiefflieger vom alten Prinzip, einer derjenigen, die sich wohl am meisten darüber geärgert haben, dass körperliche Züchtigung mittlerweile abgeschafft wurde, hielt den Unterricht im Fach Musik. Wir waren damals eine auffällige Truppe, die meisten von uns hin und wieder einmal direkt im Direktorat anzutreffen um sich ein weiteres Mal einen sinnlosen Monolog über Verhalten anhören zu müssen. An jenem Tag befanden wir uns mitten im Musikunterricht, schwerstens auf uns selbst fixiert. Einer meiner Klassenkameraden schrieb das Wort ,,Fuck“ klein auf seinen Ordner ohne jeglichen Zusatz. Da stand es dann also, das Wort meiner Generation, seelenruhig. Als dieser Herr, sein Glück dass mir der Name entfallen ist, der sich Pädagoge schimpft mit den Worten:,, Ich zeig dir gleich fuck“ den Ordner griff und dem Klassenkameraden jenes Objekt mit voller Wucht ins Gesicht schlug. Die Situation drohte nach einer kurzen Sprachlosigkeit zu eskalieren und so verließ der soeben mit dem Ordner geschlagene Schüler das Klassenzimmer um sich an den Direktor des DZGs zu wenden, den bei Schülern durchaus umstrittenen Hr. Bayer. ,,Unser Traum: Ein Bayer auf Rügen‘‘, lautete einmal der Schriftzug auf einem Transparent einer Abschlussklasse. Nach einem langen Gespräch zwischen dem Rektor, dem Schüler und dem Musiklehrer ergab sich folgendes Resultat: Der Schüler wurde vom Chef der Schule schwerstens angehalten sich gefälligst bei der Lehrkraft zu entschuldigen. Was es ihm denn einfalle mit so ausschweifenden Exzessen den Unterricht zu boykottieren. Aller Protest und jegliches Unverständniss von Seiten der Schüler zum trotz war die Sache damit erledigt und das kaputte pädagogische System hat ein weiteres Mal seine soziale Unfähigkeit unter Beweis gestellt. Danke Herr Bayer, die Personifikation der Pleite.
Beispiele wie dieses führen zu jener kritischen Sicht auf jegliche Bildungsautorität in meiner bisherigen Schulbahn. Jene Sichtweise hat sich in meinem Charakter bis heute doch stark manifestiert. Man darf nicht vergessen, dass dies nur eines von vielen Beispielen ist, in denen Macht ausgenutzt wird und Lehrkräfte durch Autorität ihr Selbstbewusstsein stärken, dass sie durch Unfähigkeit in der Präsentation von Unterrichtsinhalten, Unfähigkeit in der Pädagogik und eventueller Unzufriedenheit mit sich selbst stellenweise verloren haben, oder möglichen Konsequenzen mithilfe ihrer Autorität oder besser, autoritärem Erziehungsstil, aus dem Weg gehen. So muss es sich aber nicht gleich um physische Gewalt handeln, sondern auch um die Verweigerung der freien Meinungsäußerung selbst steht es ebenso schlecht. In meiner Zeit als Schülersprecher der Fachoberschule im Abschlussjahr wurde ich auch hinreichend mit Ungerechtigkeit bezüglich der freien Meinungsäußerung konfrontiert. So trug es sich zu, dass sich das Unverständnis unsererseits in einem verbalen Konflikt während einer Besprechung mit dem ganzen Lehrerstab entlud.
Es war das Schuljahr 2007/2008, Abschlussjahr und das Jahr meines Schülersprecherdaseins. Es trug sich, wie der Zufall so wollte, zu, dass es das Jahr der ersten externen Evaluation der staatlichen Fachoberschule / Berufsoberschule Augsburg sein sollten. Es wurden reichlich Vorbereitungen wie beispielsweise Uneterrichtsausfälle zu Gunsten der vorgefertigten Fragebögen des Evaluatonsteams, getroffen. Ziel war es, dass möglichst viele Schüler die Möglichkeit haben, den Unterricht und die Lehrkörper, sowie die Schule selbst inklusive Optik und Ausstattung zu bewerten. Diese Ergebnisse werden dann ausgewertet und in einem Meeting mit Lehrerstab, SMV und Schulleitung besprochen und analysiert. Lange Zeit hatten wir keine Plattform um uns von Angesicht zu Angesicht beschweren und da kam es uns ganz Recht dass etwa 60 Prozent der Lehrkräfte aus verschiedenen idiotischen Gründen nicht an der Evaluation selbst, aber an dem anschließenden Meeting teilnahmen. Dies erzeugte bei uns Schülersprechern schon im vorraus eine gewisse Antipathie. Wenn schon einmal die Möglichkeit gegeben ist Stärken zu loben und Schwächen durch Strategiebildung abzuschaffen bzw. zu minimieren sollten in erster Linie die Lehrkräfte teilnehmen. Man beachte hierbei, dass die Schüler der FOS höchstens drei Jahre und die Schüler der BOS sogar nur maximal zwei Jahre Teil dieser Schule sind. Und wie lange ist ein Lehrer durchschnittlich in einer solchen Position, wenn er nicht an eine andere Schule wechselt? 20 Jahre, 30 Jahre? Sowas um den Dreh. Also stellt sich hier die Möglichkeit für das schwergeschätzte Magistrat selbst die Grundsteine für mehr Qualität zu legen. Schwierig wird es jedoch, wenn es um Kritik geht und sollte sie noch so produktiv sein. Plötzlich befindet sich der Big Boss in der Rolle des Benoteten, er sinkt in der Hierarchie, zwar nur für dieses eine Mal, aber er sinkt. Und diese Vorstellung vom Unterdrücker der plötzlich mit dem Zeigestab auf die Finger bekommt macht ihnen Angst und Bange. Also nehmen sie rein aus Protest nicht an einer Evaluation teil. Sie ignorieren oder kritisieren die Fragebögen, die Art und Weise, das Evaluationsteam und den Direktor für seine Zustimmung. Man muss zwar durchaus sagen, dass die Fragebögen nicht ausgereift waren, aber es geht schließlich ums Prinzip. Wie soll man denn bitte ein Konzept optimieren, dass von Anfang an auf krampfhafte Ablehnung stößt. Alles in allem folgte daraus eine Teilnehmeranzahl von etwa 50 von ca. 120 Lehrkräften. Und wäre die Besprechung kein Pflichttermin gewesen, der sogar mit einer Anwesenheitsliste durchgesetzt wurde, wären wohl noch weniger erschienen und hätten sich lieber im Lehrerzimmer vergraben um noch mehr zu meckern.
Nichts desto trotz begann die Besprechung. Ein Teil der Lehrkräfte korrigiert, ein anderer, möglicherweise abstinenter, Lehrer glänzte mit hirnlosen Kommentaren zu allem möglichen und der Rest beschäftigte sich mit Gerede und Essen. Gerede und Essen? Bei einer Pflichtveranstaltung? Anpfiff! Fremdbeschäftigung während eines Vortrags? Anpfiff! Blöde Kommentare aus dem Hintergrund? Ab ins Direktorat! Merkt man was? Das vermeintliche Role-Model hängt noch mehr als seine Jünger. Und so plätscherte die Auswertung ohne sinnvolle Vorschläge dahin. Es wurde kritisiert, dann kritisiert, dann noch mehr kritisiert und so weiter und so weiter. Ein trauriges Schauspiel unverbesserlicher Egomanen. Dann kam unser Moment. Plötzlich wurde es ganz still als ich mich mit dem einleitenden Satz: ,,Ich finds ja schonmal klasse, dass heute mehr als 50 Leute da sind…“ zu Wort meldete. Meine Kollegin von der BOS erhöhte die Aufmerksamkeit mit Sätzen wie:,, Also wenn die dann morgens schon mit so nem Gfries (zu deutsch: Gesicht) den Raum betreten…“ (An dieser Stelle einen Gruß an Natalie) und es brach los. Der Sturm der Lehrer und wir zu zweit auf der Seite der APO oder besser ADO (außerdirektoratische Opposition). Ein idiotischer Selbsterklärungsversuch folgte auf den anderen. Man habe doch keine anständige Ausstattung. ,,Guter Unterricht braucht kein High-Tech“, der Staat stelle zu wenig Mittel zur Verfügung. ,,Unfähig qualitativen freien Unterricht zu halten?“, die Bedingungen seien miserabel. ,,Tschultsche, habt ihr das nicht vorher schon gewusst?“ und ,,Wir Lehrer sind sowieso so arm dran“ eine fing sogar an zu weinen (Das ist kein Witz) – Ein Hoch auf die Menschen die uns in die Zukunft führen! Wir sind im Ar***. Alles endete dann, da keine Lehrkraft mehr in der Lage war unserem angestauten Frust der sich nun in kleinen verbalen Meisterleistungen entlud, die Stirn zu bieten. Wir provozierten und sie ließen sich provozieren. Schachmatt! Zwei Schüler gegen zig Lehrer und sie wissen sich nicht mehr weiter zu helfen, als persönlich zu werden und sich somit noch mehr der Lächerlichkeit preiszugeben. Freie Meinungsäußerung? Undenkbar! Aber nicht heute. Die Spitze des Eisberges zeigte sich in einem mir unverständlichen Kleid. Eine Lehrkraft brachten wir als Beispiel für Menschlichkeit und qualitativ hochwertigen Unterricht ins Rennen, die sich dann einerseits zwar geschmeichelt aber andererseits doch ein wenig unsicher fühlte. Zuverlässigen Quellen zufolge wurde diese Lehrerin in den folgenden Tagen teilweise verlacht, verspottet oder ignoriert und warum? Weil sie positive Kritik erhalten hatte und damit können jene Menschen die eben keine positive Kritik erhalten nicht umgehen. Der Kollege wird zum Konkurrent, das potentielle Vorbild zum Außenseiter. Unverbesserliche Egomanen!
Manche drehten mir infolge dieser Auseinandersetzung einen Strick aus meinem letzten Satz den ich nicht zu Ende sprechen konnte ohne belächelt zu werden. Ich war und bin der Meinung, dass Hausaufgaben an sich nichts mit Selbstverantwortung zu tun haben. Und die Meute lachte. Hier die Erklärung, kurz und präzise: Selbstverantwortung heißt, seinen Weg selbst zu definieren und sich die Art und Weise, die Strategie die aus Sicht eines selbst ans Ziel führt festzulegen. Ob man zum Abitur Hausaufgaben braucht? Nein! Ich persönlich habe fast meine komplette Schullaufbahn auf Hausaufgaben verzichtet und mein Abitur trotzdem erreicht. Und mit Sicherheit geht es fielen Schülern genauso. Und eben das ist ein treffendes Beispiel für Selbstverantwortung. Mein Weg, meine Strategie, mein Ziel.
Im Zuge dessen, ein weiteres Prinzip: Das Prinzip des erwachsenen pflichtbewussten Schülers auf der einen Seite und das Verbot des Trinkens während des Unterrichts und der Ärger beim Zuspätkommen auf der anderen Seite. Oder genauer: Die Widersprüchlichkeit des Status. Und eben genau hier sind wir wieder beim Thema. Wie will man sich das Ziel reifer, erwachsener Schüler setzen, wenn man sie nicht selbst entscheiden lässt. Entweder man setzt seinen Fokus auf Selbstverantwortung oder auf Programmierung. Aber man kann sich nicht in jeder Situation den Grundstein so versetzen wie es einem passt, nur um die Rolle des Übergestellten beizubehalten. ,,Schüler müssen mehr Selbstverantwortung tragen!“, aber ihr lasst sie nicht und das ist das Problem. Und ich bin mir auch sicher, dass jeder Schüler ab einem gewissen Alter genug Selbstverantwortung besitzt, doch wehe demjenigen der sich dafür einsetzt frei zu denken, seine Meinung frei zu äußern und auch einmal seinen Standpunkt darzulegen. Dem wird der Saft abgedreht.
Seit langem bin ich schon folgender Überzeugung: Lehrkräfte sind in erster Linie dazu da um uns Schülern etwas beizubringen. Sie sind die Dienstleister der Bildung, werden durch uns finanziert und ihr Job besteht darin uns die Bildung zu dienstleisten. Also arbeiten Lehrkräfte letztendlich nicht für die Einrichtung an sich, sondern für die Menschen, die jene Einrichtungen besuchen um etwas zu lernen. Ihre Aufgabe besteht darin, ihre Arbeit so gut es ihnen möglich ist zu verrichten mit dem Ziel Abschluss, Fortbildung, Weiterbildung, Lebensfähigkeit. Man nehme das Beispiel eines Handwerksbetrieb der ein Haus baut. Es gibt gute und schlechte Handwerker. Jene die gut, produktiv und schnell arbeiten werden dementsprechend entlohnt. Und jene die keine gute Arbeit verrichten, unproduktiv und langsam sind werden auf kurz oder lang entlassen. Man könnte das selbe Prinzip, wie es in der Regel auf jeden Betrieb größenunabhängig anwendbar ist und gewöhnlich auch angewendet wird, auch auf den Bildungsbetrieb übertragen. Lehrer nach Leistungen bezahlen, gute Leistungen entsprechend würdigen und als Folge schlechter Leistung Konsequenzen ziehen. Denn das Problem liegt doch auf der Hand. Es existiert keine Motivation, kein Druck, nichts was guter Arbeit zu Grunde liegt. Lehrer betreten die Einrichtung, absolvieren ihren Job, häufig mehr schlecht als recht und verlassen die Einrichtung wieder. Die einzigen Personen, die Konsequenzen tragen müssen sind die Schüler selbst. Wer kennt das Phänomen guter Lehrer, gute Noten, schlechter Lehrer, schlechte Noten, nicht. Es kommt immer wieder zum Tragen, wenn man einmal von grundsätzlichen Problemfächern wie Mathematik absieht. Umstrukturierung ist auch hier das Zauberwort. Es muss sich etwas ändern und zwar dringend. Man bedenke nur einmal die Logik, dass jemand der beispielsweise Soziale Arbeit studieren möchte den idiotischen Nummerus Clausus nicht erreicht, weil er vielleicht in Fächern wie Mathematik und Chemie die Voraussetzungen erfüllt. Mathematik und Chemie? Zwei Fächer die, wie jeder gesunde Menschenverstand einsehen sollte, rein gar keine Parallelen zum eigentlichen Thema aufweisen. Macht einen guten Pädagogen eine gute Mathezensur aus? Keineswegs! Und wenn man seinen Blick einmal durch dieses Berufsfeld schweifen lässt, wird man schnell feststellen das der Großteil, wenn nicht sogar fast alle Pädagogen, Erzieher etc. rein gar nichts mit Mathematik anfangen können. Und viele von ihnen werden sogar zum Ausdruck bringen, dass sie ihren Traumberuf ausüben und das die einzige Angst bezüglich Zensuren jene war, dass sie ihren Beruf nicht ergreifen können, weil ihnen parallellose Grundlagen den Weg versperren. Wo ist hier die Logik? Richtig, es gibt keine. Und hierauf ist unser Schulsystem aufgebaut. Es ist kein Problem wenn man von Ethik oder Geschichte keine Ahnung hat, das eine ist kein Vorrückungsfach und das andere nur ein Nebenfach. Aber wehe dem, der keine Kurvendiskussion lösen kann. Und es nützt diesem Versager auch gar nichts wenn seine Berufswahl die in erster Linie sein späteres Leben bestimmen soll etwas mit Geschichte und Ethik zu tun hat. Wenn die Kurvendiskussionen nicht stimmen, bleibt einem der Weg versperrt. Aber solange man in Deutsch einigermaßen die Leistungen gebracht hat, welche von einem erwartet werden, kann man zumindest den Hartz IV Antrag mehr oder minder fehlerfrei ausfüllen. Die Analyse der Bildung: Logik nicht vorhanden. Diagnose: Schwachsinn.
Um noch einmal zurückzugreifen auf die Lehrkräfte an sich. Wie bereits festgestellt, braucht man für den passenden Beruf nicht unbedingt die passenden Voraussetzungen. Ebenso im Lehramt. Denn für diesen pädagogischen Beruf, ist nicht einmal eine komplexe pädagogische Ausbildung von nöten. Mal ehrlich, würde man einen Gehinchirurgen an seinem Kopf arbeiten lassen, der keine Ahnung von Anatomie besitzt? Wohl eher weniger. Und würde eine gute pädagogische Einrichtung, Menschen am Gehirn der Gesellschaft herumschrauben lassen, wenn sie keine Ahnung von Pädagogik besitzen? Sollte sie nicht. Der Zeigestock als Skalpell der Bildung verrutscht und es entsteht mehr Schaden als Erfolg. Aber er hat es doch versucht. Und nicht zum ersten Mal. Man muss schließlich üben um Erfolg zu erzielen und Fehler tragen zum Lernen bei. Theorie, Praxisübung, Erziehung. Nun ist es nicht einfach ein kleiner Kunstfehler, wenn man das Leben eines jungen Menschen oder seine Chancen auf dem Gewissen hat und seine Zukunftsträume somit wie eine Seifenblase zerplatzen. Man kann nicht einfach mal so, von vorne anfangen. Game Over, und das wars! Und wehe man ergreift einmal das Wort gegen das System. Keine Chance oder es hat Folgen. Denn wer am längeren Hebel sitzt wird ihn auch irgendwann betätigen und ein schwarzes Loch geht auf und verschluckt die Zukunft. Schritt für Schritt!
Die Idiotie der Bildung, die Schwächen im System und die Schwächsten in ihrer Mitte. Und ob es wirklich nötig ist beispielsweise mit Strichlisten und Hinweisen zu arbeiten, wenn es um erwachsene Schüler auf einer FOS oder BOS geht und ob es gerechtfertigt ist sich ihnen gegenüber so zu verhalten wie es auf Schulen gerne demonstriert wird bleibt mehr als zu bezweifeln. Um etwas zu ändern reicht jedoch leider meist nicht nur einfaches Gerede. Seht jegliche Informationen und Meinungen von seiten des Magistrats ersteinmal kritisch und versucht Probleme auszudiskutieren, und wenn die Ohren taub bleiben, dann macht mit einem Knall auf euch aufmerksam. Denn Wir sind die Zukunft. Also kämpft für sie!

Benjamin Krischke

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