ap_51511_img_8200_2Vorbei sind die Zeiten, in denen durchaus ansehnlich gekleidete Rot- und Blauröcke sich auf dem Schlachtfeld gegenüber standen. Vorbei sind die Zeiten in denen Bürgerkriege aus moralischer Uneinigkeit resultierten. Vorbei sind auch die Zeiten in denen ein jener Soldat in welchen Rock auch immer, gespickt mit Regeln und festgelegten Abläufen wartete, schiessen ließ und dann selbst anlegte um den Befehl abzuwarten. Achtung, Feuer!

Moderne Bürgerkriege, man könnte sie zumindest so bezeichnen, sehen anders aus. Der Krieg tobt in den Gassen, vermeintliche Brüder und Schwestern vergießen Blut untereinander und wo sich einst zwei Mächte gegenüberstanden, steht heute nur eine Macht. Im Gazaa-Streifen herrscht Krieg, wie immer. Doch diesmal weitet sich der Kampf aus. Die Israelis bombardieren ganze Vorstädte um potentielle Hamas-Lager auszuschalten und die Opfer sind keineswegs nur radikalmuslimische Fundamentalisten sondern auch die Zivilbevölkerung. Etwa ein Viertel der Opfer seien Zivilisten wurde verkündet, doch die Dunkelziffer wird wohl deutlicher höher sein. Wie entscheidet man wer Zivilist und wer Gotteskrieger ist? Israel stützt seine großflächigen Bombardierungen auf Geheimdienstinformationen und Mutmaßungen. Man rodet den Wald um eine neue, eine gemäßigte Saat zu pflanzen. Doch die Früchte die momentan noch aus bitterster Feindschaft geerntet werden, heißen Tod und Schrecken.

Eine Bodenoffensive soll nun zum Erfolg führen und der Krieg wird weiter ausgedehnt. Ohne eine klare Linie, ohne die Akzeptanz von Berichterstattung und noch mehr Menschen werden ihr Leben lassen. Nicht weil sie sich auf dem Schlachtfeld der israelischen Armee gegenüberstellen sondern weil diese Menschen im am dichtesten besiedelten Ort der Welt das Problem haben im Gazaa-Streifen zu leben. Und alle anderen sind machtlos. Israel hält das Ruder in der Hand und es ist unmöglich sie von ihrem gewaltigen Vormarsch abzubringen oder zu versuchen den Tunnelblick des Kapitäns zu weiten um die Umsichtigkeit zu wahren. Aktion und Reaktion: Es ist Krieg und im Krieg müssen Opfer beklagt werden. Das war früher in Gettysburg so und es ist auch heute in Gazaa so. Doch ist es wichtig die Opferzahlen so gering wie möglich zu halten. Großflächige Bombardements und Spekulationen über die Ziele, tragen hier wenig zu bei. Doch die Großoffensive hat begonnen und wenigstens ein Ziel ist klar. Es wird solange bombardiert, bis die Hamas aufhört Raketen abzuschiessen. Feuer mit Feuer bekämpfen: Ein Teufelskreis.

Benjamin Krischke

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