ap_49284_feuer_2_2_3Seit nunmehr 42 Jahren tobt die Endlosigkeit des Konflikts Nahost und die ins deutsche übersetzte Bedeutung des Wortes Gaza ,,dornig sein“ trifft den Nagel auf den Kopf. Als sich Israel 2005 nach vielen Diskussionen dafür entschied seine Truppen aus dem jahrzehntelang umkämpften Fleckchen Erde abzuziehen sahen dies viele Menschen als Lichtblick und eventuellen Anfang vom Ende des Konflikts. Israel zog sich zurück und umstellte den Streifen des Leids. Doch anstatt der Wendung zum Guten, brachte die Ernüchterung den Schrecken zurück. Plötzlich wurden noch mehr Raketen auf Israel abgefeuert und der so sehr ersehnte Ort des Friedens fing ein weiteres Mal Feuer. Nun 2009 finden sich die etwa 1,4 Millionen Menschen erneut im Krieg wieder. Der stetige Konflikt dehnt sich aus. Die Hamas schmuggelt weiter Waffen über die Grenze und attackiert, in erster Linie aus dem Norden, mit Raketen. Israel will dies unterbinden. Sein gutes Recht. Doch der Preis für eine Unterbindung ist hoch. 750 Palästinenser ließen bereits ihr Leben darunter befinden sich mindestens ein Drittel Zivilisten. Die Hamas selbst, führt ihre Kämpfe aus dem heimischen Wohnzimmer und von Dächern des Wohnhauses unbeteiligter Familien. Und genau das, wofür die Hamas, neben dem erklärten Ziel der Zerstörung Israels kämpft, nämlich die Freiheit, verabschiedet sich in großen Schritten von der einheimischen Bevölkerung.

Denn es ist Krieg und die Schwächsten leiden, wie so oft, am meisten. Der Konflikt zwischen Livnis Truppen und den Gotteskriegern, die im Namen Allahs, in ihrer Überzeugung standhaft gegen eine vermeintliche Übermacht weiterkämpfen, trifft mit aller Härte jene die am wenigsten für alles können. Und bei aller Überzeugung, Machtkampf, Meinungsverschiedenheit und nicht zuletzt Sturheit bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke, genauso wie die Umsicht. Die Operation ,,gegossenes Blei“ wird zum Flächenbrand und das Feuer im brennenden Dornenbusch wird von Tag zu Tag weitergeschürt. Das Ziel ist auf der einen Seite die Befreiung Palästinas und

auf der anderen Seite das Ende des Terrors, doch verschwimmen die Trennungslinien zu einer Welle des Schreckens. Und jeder, auf welcher Seite er auch immer stehen mag, wird früher oder später erkennen müssen, dass sowohl die Freiheit, als auch das Ende des Terrors nichts bedeutet, wenn der vermeintliche Ort des Friedens, dank Bomben und Raketen endgültig in Rauch aufgegangen ist. Denn die Säulen des Friedens, können auf Feldern aus Asche nicht stehen und die Dornen sind bald endgültig verbrannt.

Benjamin Krischke

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