Chinesischer Volksheld: Ho Tschi Minh

Chinesischer Volksheld: Ho Tschi Minh

Wenn es um Demokratie und freie Meinungsäußerung geht, war mit China noch nie gut Kirschen essen. Im Land des kapitalistischen Sozialismus, wie man wohl am treffendsten beschreiben könnte, ergeht es Gegnern des Regimes schnell sehr schlecht. Wagt man seine Meinung zu äußern, die konträr zum Staat verläuft, kann man zwar nicht mehr sein Leben aber zumindest einen großen Teil dessen verlieren. Das Urteil hier würde dann ,,Aktivitäten zur Untergrabung der Staatsgewalt und des sozialistischen Systems“, oder zumindest so ähnlich, heißen. Und legitimiert würde das Ganze dann vom politischen Begriff des Sozialismus. Eine Staatsform, die trotz ihrer Ungerechtigkeit vielerorts auf der Welt zum blinden Popkult geworden ist. Ho Tschi Minh und Che Gueavara sei Dank.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, wurde Xie Changfa, seinerseits Bürgerrechtler und Mitglied der seit 1998, ihrem Gründungsjahr, verbotenen ,,Demokratische Partei China“ zu einer Haftstrafe von 13 Jahren vor dem Gericht in Changsha verurteilt. Die Partei trat seit 1998 für ein Mehrparteiensystem und Reformen im Land der aufgehenden Sonne ein. Changfa ist mittlerweile 57 Jahre alt und wurde bei dem Versuch einen Ableger der ,,Demokratischen Partei China“ zu gründen angeklagt.

Neben dieser Dissidententätigkeit wirft ihm das Gericht ebenfalls vor mehrere sogenannte ,,umstürzlerische Artikel“ verfasst zu haben. Aber nicht nur er sondern auch dutzende andere Mitglieder wurden nach dem Parteiverbot mit Haftstrafen bis zu 10 Jahren verurteilt. Was man also bei allem sozialistischen Popkult in Deutschland und auch überall auf der Welt nicht vergessen darf ist, dass es gefährlich wird sobald der Kommunismus sein wahres Gesicht zeigt. Ob nun in der ehemaligen DDR, deren Flagge man auf T-Shirts und ähnlichem quasi also Mode begründen darf, mit der Situation in Russland, wo immer noch Gegner des Regimes oder Journalisten spurlos verschwinden, aber Merkel und einst Schröder fleißig Putins Hand schütteln oder eben auch in der Wirtschaftsmacht China, wo man beim chinesischen Ableger von google bis heute keine negativen Berichte über den Tianman Platz finden kann. Denn Kommunismus führt zwangsweise überall zu Unterdrückung, egal ob man ihn nun als Sozialismus, Stalinismus oder wie auch immer bezeichnen möchte. So hat der eine Schrecken nur verschiedene Namen, der Angstschweiß bleibt aber und das Blut an den Händen sollte sich auch nicht durch juristische Floskeln oder deutsche Partner abwaschen lassen. Und wenn heute ein Mensch, der eigentlich das Recht auf freie Meinungsäußerung besitzen sollte, mal wieder verschwindet und einmal mehr eine Familie dank Vater Staat auseinander gerissen wird, macht das eine Ho Chi Minh Statue in der Küche oder ein Che Guevara Poster im Wohnzimmer auch nicht besser. Denn Unrecht bleibt Unrecht, auch wenn es irgendwann einmal in Mode gekommen ist.

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